Klimaanlagen

Wieso wird dieses Thema immer wichtiger?

Da der Mensch etwa 90 % seiner Lebenszeit in geschlossenen R√§umen verbringt, sollten die Auswirkungen einer Klimaanlage auf das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit nicht untersch√§tzt werden.  Die Anforderungen an das Raumklima sind die letzten Jahre stetig gestiegen. Ein entsprechendes "Wohlf√ľhlklima" geh√∂rt l√§ngst nicht nur in B√ľro- und Verkaufsr√§umen zum Standard, sondern stellt auch im Privathaushalt eine zunehmende Grundanforderung f√ľr das menschliche Wohlbefinden dar. Dies mag (neben gesellschafltichen Komfortanspr√ľchen) auch daran liegen, dass die Temperaturen in den letzten Jahren sp√ľrbar steigen und im Sommer die Hitzeperioden zunehmen.

Was ist allgemein mit "Klimatisierung" gemeint?

Unter dem Begriff "Klimaanlage/Klimatisierung" ist, neben der reinen Raumluftk√ľhlung, die Aufrechterhaltung eines gleichm√§√üigen Raumklimas zu verstehen. Einen wesentlichen Einfluss hat hierbei auch die Luftfeuchtigkeit und die Luftqualit√§t. Der englische Begriff "Air-Condition" (Luft-Konditionierung), welcher im deutschsprachigen Raum f√§lschlicherweise als "Klimaanalge zur ausschlie√ülichen K√ľhlung" verstanden wird, beschreibt eigentlich die Raumlufttechnik in seiner umfassenden Allgemeinheit.

Ist also "K√ľhlen" nicht gleich "Klimatisierung" und "Klimatisierung" nicht gleich "K√ľhlen"? Im Wesentlichen Richtig! Die Reduzierung der Raumtemperatur stellt noch lange kein "Wohlf√ľhlklima" sicher. Vielmehr kann dies zu unerw√ľnschten Negativeffekten f√ľhren (Erh√∂hung der relativen Luftfeuchtigkeit und somit Schw√ľlemepfinden). Neben der Raumtemperatur sind die Luftfeuchtigkeit, die Luftbewegung (Zug) und  die Temperatur der Umgebungsfl√§chen (W√§nde), wesentliche thermische Einflussfaktoren. Hinzu kommen pers√∂nliche Faktoren wie: Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, Art der Atkivit√§t, Kleidung und Anzahl der Personen im Raum.  Die "Behaglichkeit", also das Wohlempfinden des Menschen, wird folglich durch weitaus mehr als nur die Raumtemperatur beeinflusst! Eine individuelle Betrachtung ist daher zwingend notwendig. Gerne beraten wir Sie hierzu.

Beispiel zum Zusammenhang von Raumlufttemperatur und relativer Luftfeuchte:

Bei einem normal gekleideten ruhenden Menschen beginnt in unseren Breitengraden die Schwei√übildung etwa bei einer absoluten Luftfeuchte (tats√§chlicher Wassergehalt in Gramm pro Kilogramm trockener Luft) von 12g/kg. Bei 60% Raumluftfeuchte setzt das Schw√ľleempfinden bereits bei 25¬įC Raumtemperatur ein. Bei 40% Luftfeuchte erst bei 32¬įC. 

Kurze physikalische Erkl√§rung: Luft hat die Eigenschaft, dass Sie sich bei Erw√§rmung ausdehnt und beim Abk√ľhlen "zusammen zieht". Sie ver√§ndert also Ihr Volumen (Dichte) abh√§ngig von der Temperatur (kalte Luft=geringes Luftvolumen / warme Luft = gro√ües Lufvolumen). Angenommen Sie f√ľgen trockener Luft im kalten Zustand (Bsp. 0¬įC) ca. 4g Wasser zu, ist die Luft zu 100% mit Wasser ges√§ttigt.  Erw√§rmen Sie die Luft nun auf 20¬įC (ohne weitere Zugabe von Wasser) dehnt sich diese aus, Ihr Volumen nimmt zu. Der tats√§chliche (absolute) Wassergehalt von 4g √§ndert sich nicht. Der relative Feuchtegehalt sinkt jedoch von 100% auf ca. 20%. Relativ bedeutet immer "abh√§ngig von". So sind 4Gramm Wasser bei einem gro√üen Luftvolumen, also w√§rmerer Luft, "relativ" wenig. K√ľhlt man diese Luft jedoch ab, verringert sich Ihr Volumen, der tats√§chliche Wassergehalt (4 Gramm) bleibt jedoch gleich, folglich steigt der relative Gehalt. Um dies zu Veranschaulichen, nehmen Sie einen Schwamm, dr√ľcken diesen zusammen (=kalte Luft) und tauchen Ihn in einen Eimer voll Wasser. Nehmen Sie den, noch immer zusammengedr√ľckten, Schwamm aus dem Wasser und lassen Sie ihn dann "los". Zusammengedr√ľckt war der Schwamm zu 100% mit Wasser gef√ľllt (mehr ging nicht). Beim Loslassen gewinnt der Schwamm stark an Volumen und scheint nun weit weniger "feucht" zu sein. Es ist aber noch immer die gleiche Menge an Wasser wie im zusammengedr√ľckten Zustand im Schwamm enthalten. Wenn wir also von 80% Luftfeuchtigkeit sprechen, ist das menschliche Empfinden (Schw√ľle) weitaus sensibler, je  w√§rmer die Luft ist, da von entsprechend mehr Wassergeahlt in der Luft auszugehen ist.

Was versteht man unter "Wohlf√ľhlklima" und ist dies wirklich so entscheidend?

Die Klimatechnik besch√§ftigt sich seit Jahrzehnten umfassend mit dem Thema des menschlichen "Wohlf√ľhlbereichs". Definiert wird dieser in der Technik durch den Begriff der "thermischen Behaglichkeit". Die englische √úbersetzung des Begriffs in "thermal comfortableness" stellt den Bezug zum "Wohlf√ľhlklima" noch etwas deutlicher dar. (Die Definition und Bedeutung des Begriffs "Air-Condition" wurde im Vorfeld ja bereits erl√§utert). Grunds√§tzlich, pers√∂nliches Individualempfinden mal au√üer Betracht gelassen, f√ľhlt sich der Mensch bei einer Raumtemperatur zwischen 20-22¬įC und einer Luftfeuchtigkeit von 40-60% am wohlsten. Diese Werte differieren in Badezimmern eher nach oben und in Schlafr√§umen eher nach unten. Ihr aktuelles Raumklima k√∂nnen Sie mit Hilfe eines gew√∂hnlichen Raumtemperatur-/ und Luftfeuchte-Messger√§t (unter 20‚ā¨ bei Amazon oder im Baumarkt erh√§ltlich) √ľberpr√ľfen. 

Worauf ist bei Kauf und Planung zu achten?

Moderne Klimaanlagen sind l√§ngst nicht so gro√üe Stromfresser wie fr√ľher. Trotzdem empfiehlt sich vor einem Kauf auch immer auch ein Blick auf Strom-Verbrauchszahlen. Wie auch z.B. K√ľhlschr√§nke, werden auch Klimager√§te in Energieeffizienzklassen eingeteilt, was bei der Anschaffung solcher Ger√§te beachtet werden sollte

Abzuraten ist von vermeintlich g√ľnstigen "Luftk√ľhlern", die in oft in Baum√§rkten angepriesen werden. Diese arbeiten ausschlie√ülich nach dem Prinzip der adiabatischen K√ľhlung, eine Art der Verdunstungsk√§lte. Ein feuchtes Handtuch vor einem Ventilator erzielt den gleichen Effekt. K√ľhle Luft wird hierbei durch die Verdunstung von Wasser erzeugt, folglich steigt aber auch die Luftfeuchtigkeit in erh√∂htem Ma√ü. Wie Sie nun bereits wissen, kann somit unm√∂glich ein zufriedenstellendes Raumklima geschaffen werden. Bitte lassen Sie unbedingt die Finger von solchen "Preisf√§ngern".

Da "Klimaanlagen" (speziell die gel√§ufigen Split-Ger√§te) mit umweltbedenklichen K√§ltemitteln gef√ľllt sind darf eine Installation und Inbetriebnahme ausschlie√ülich durch zertifizierte Fachbetriebe erfolgen. Von Online-K√§ufen ist daher abzuraten.